Schutz vor Demenz: Welche Rolle spielen Zahnpflege und Prophylaxe?

Wer selten Zähne putzt und schon lange nicht mehr beim Zahnarzt war, riskiert, seinen Verstand zu verlieren. Eine japanische Studie hat gezeigt: Je weniger Zähne alte Menschen haben, desto höher ist die Gefahr, dass sie an Alzheimer und Demenz erkranken.

Forscher der Kyushu Universität in Japan untersuchten mehr als 1.500 Erwachsene, die mindestens 60 Jahre alt waren und zu Beginn der Studie noch keine Anzeichen einer Demenz zeigten. Sie teilten die Frauen und Männer in Gruppen ein, ausschlaggebend dafür war die Anzahl der noch vorhandenen Zähne. Im Verlauf von rund fünf Jahren entwickelten 180 Studienteilnehmer (11,5 Prozent) eine Demenz – der Großteil von ihnen erkrankte dabei an der häufigsten Demenzform Alzheimer.

Bei der statistischen Auswertung berücksichtigten die Wissenschaftler neben Alter, Geschlecht, Beruf und Bildungsstand auch Einflussfaktoren wie Tabak- und Alkoholkonsum sowie diverse Vorerkrankungen. Ebenso befragten sie die Teilnehmer zur täglichen Zahnpflege und Häufigkeit ihrer Zahnarztbesuche.

Das Ergebnis der Studie: Die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken, war bei den Personen mit weniger als 20 Zähnen um 60 bis 80 Prozent höher als bei Gleichaltrigen mit mehr Zähnen im Mund. Zur Erinnerung: Das vollständige Gebiss eines Erwachsenen umfasst 32 Zähne (inklusive aller Weisheitszähne).

Für den Zusammenhang, dass das Demenzrisiko alter Menschen bei großem Zahnverlust steigt, stellen die Forscher vor allem zwei Erklärungen in den Vordergrund:

1. Parodontitis

Die durch Bakterien hervorgerufene Entzündung des Zahnbetts ist die Hauptursache für Zahnverlust. Etwa jeder zweite Erwachsene leidet unter Parodontitis, aber nur die wenigsten wissen, dass diese Infektion den ganzen Organismus belastet und erwiesenermaßen Gefäßerkrankungen, Diabetes und Frühgeburten verursachen kann.

2. Mangelnde Kaubewegungen

Damit das Gehirn gut funktioniert, muss es ausreichend durchblutet sein. Kaubewegungen sind für die geistige Gesundheit nicht zu unterschätzen, da sie die Durchblutung steigern. Menschen mit weniger Zähnen ernähren sich jedoch bevorzugt von Lebensmitteln, die nicht mehr zerkaut werden müssen, und nehmen damit eine mangelhafte Durchblutung in Kauf.

„Die Studie betont, wie wichtig es ist, dass wir so lange wie möglich unsere Zähne erhalten. Und zwar nicht nur aus ästhetischen Gründen, sondern vor allem unserer geistigen Gesundheit zuliebe“, sagt Dr. Markus Regensburger. „Dass regelmäßiges Zähneputzen eine Demenz verhindern kann, darf man zwar so nicht schlussfolgern. Allerdings zeigen die Ergebnisse deutlich, dass gesunde Zähne für unser gesamtes Wohlbefinden wichtig sind. Die tägliche Zahnpflege trägt dazu ebenso bei wie regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen in unserer Praxis“, sagt Dr. Markus Regensburger.

Der Zahnmediziner setzt dabei in seiner Bogenhausener Praxis vor allem auf moderne Verfahren wie beispielsweise die Ozontherapie bei Parodontitis. „Durch die Anwendung von feindosiertem Ozon können wir die Anzahl der Keime in den Zahnfleischtaschen deutlich reduzieren – besonders schmerzarm, schnell, aber zugleich sicher und ohne unangenehme Nebenwirkungen“, erklärt Dr. Regensburger. Als Prophylaxe und Antibiotika-Alternative bei Parodontitis empfiehlt er auch die „Full Mouth Desinfection“: eine vollständige Munddesinfektion, die Bakterienbesiedlungen nachhaltig minimiert und die Zahngesundheit verbessert.

Mindestens ebenso wichtig wie die regelmäßige Kontrolle und gegebenenfalls die erforderliche Behandlung beim Zahnarzt ist auch der Blick auf die Ernährungsgewohnheiten der Patienten. „Was wir essen, hat großen Einfluss auf die Entstehung und den Verlauf von Parodontitis“, sagt Dr. Regensburger. Eine besondere Rolle spielen dabei u.a. die Vitamine B, C und D sowie Eisen, Kalzium, Zink und Omega-3-Fettsäuren. „Ein entscheidender Risikofaktor für die Entwicklung einer Parodontitis ist Zinkmangel“, betont Dr. Markus Regensburger. Deshalb achtet er auf eine optimale Nährstoffversorgung seiner Patienten und unterstützt diese – falls nötig – zusätzlich mit entsprechenden Präparaten.