INTERVIEW WURZELBEHANDLUNGEN – GRUNDLAGEN, RISIKEN UND ALTERNATIVEN

Wurzelbehandlungen sind eine in Deutschland häufig – ja sogar zig millionenfach – angewendete Behandlungsmethode. Im Interview erklärt Dr. Markus Regensburger die Ursachen und Grundlagen der Wurzelbehandlung, erläutert die Risiken dieser Behandlungsmethode und zeigt Alternativen zur Wurzelbehandlung, die in seiner Praxis angeboten werden.

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Die Nerv eines Zahns ist seine Lebensgrundlage. Dabei ist der umgangssprachliche Begriff Nerv eigentlich falsch: Es handelt sich um ein komplexes Gewebe aus Blutgefäßen, Lymphsystemen und Nervenbahnen. Erkrankt dieses durch Karies, eine Füllung oder eine Verletzung kann es zu einem Absterben der Nervs kommen.

Die Folgen: Abgestorbenes Gewebe – ein potenzieller Herd für Bakterien, Toxine und damit Entzündungen, die sich auf den gesamten Körper auswirken können. Bei einer Wurzelbehandlung versucht man, dieses erkrankte und abgestorbene Gewebe aus dem Zahn zu entfernen.

Zähne sind in ihrem Aufbau kompliziert: Sie verfügen über hunderttausende bis mehrere Millionen Seitenkanäle, welche bei der Wurzelbehandlung nicht vollständig gereinigt werden können. Die Folge: Tote und abgestorbene Materie bleibt auch nach bestmöglicher Durchführung der Wurzelbehandlungen weiterhin im Zahn.

Grundsätzlich: Ja. Patienten die eine Wurzelbehandlung durchführen lassen wollen, sollten sich die Frage stellen: Wie gesund bin ich? Wie gesund möchte ich bleiben? Schließlich kann eine Wurzelbehandlung den eigenen Zahn – zumindest vorläufig – erhalten.

Hierbei sollte man jedoch stets im Hinterkopf behalten: Bei Wurzelbehandlungen handelt es sich um einen Kompromiss. Ein Kompromiss für das eigene Immunsystem und somit für die allgemeine Gesundheit.

Inzwischen lässt sich mit moderner Bildgebung wissenschaftlich nachweisen, dass das verbliebene, abgestorbene Material im Zahn zu einer Reaktion des eigenen Körpers führt. So nahe am Gehirn werden tote Zellen – beispielsweise über die Lympbahnen – in andere Körperregionen weitertransportiert.

Im Praxisalltag lässt sich so häufig beobachten, dass Zahnerkrankungen Begleiterscheinungen wie eine verminderte Vitalität, ein schlechteres Schlafen und  Beschwerden an unseren Organen sowie Gelenken mit sich ziehen können. Eine anhaltende Blasenentzündung? Beschwerden an den Kniegelenken oder der Wirbelsäule? Häufig lässt sich hier eine direkte Verbindung zu einer vorangegangen oder noch bestehenden Zahnerkrankung schließen.

Aus der Forschung

Das Buch „The Toxic Tooth“ (Robert Kulacz, Thomas E. Levy) beinhaltet mehrere Studien, die zeigen, dass es in 96% aller Fälle zu Entzündungen, Abkapselungen oder sogar der Auflösung von Knochenstrukturen rund um den wurzelbehandelten Zahn kommt.

Die beste Alternative: Keramik-Implantat Hier wird der tote Zahn vollständig entfernt und man vermeidet negative Folgen, die mit Zahnverlust einhergehen. Denn auch Zahnlücken können negative Folgen für Organe haben. Selbst kognitive Beeinträchtigungen können hier in mehreren Studien in Verbindung zu nicht behandelten Zahnersatz gebracht werden.

Mit Root Rause ist vor kurzen ein Film in den USA erschienen, der eine auf den ersten Blick drastische Aussage trifft: Wurzelbehandlungen führen zu einem Verschlechterung der Gesundheit und öffnen den Weg für weitere Erkrankungen bis hin zu Krebsleiden. Die Frage an den Mediziner: Ist die eine Dramatisierung aus Hollywood? Oder ein reales Risiko?

In der Tat: Eine Wurzelbehandlung kann die Beschriebenen Verschlechterungen und Erkrankungen nach sich ziehen. Relevant hierbei ist die Toleranzschwelle des eigenen Körpers und Immunsystems. Durch Umwelteinflüsse wie eine unausgewogene Ernährung oder Stress kann diese sinken und die Anfälligkeit des Körpers für Erkrankungen steigt.

Der Zusammenhang zwischen Wurzelbehandlungen und Krebserkrankungen beruht aktuell auf Indizien und Beobachtungen von Medizinern aus verschiedenen Fachbereichen. Eine Beobachtung hierzu: In über 90% der Fälle, in denen Brustkrebs bei wurzelbehandelten Patientinnen auftritt, geschieht dies auf der Seite der Wurzelbehandlung.

Mehr Achtsamkeit! Sowohl bei der eigenen Ernährung als auch bei der Zahngesundheit. Die beste Vorbeugung gegen Wurzelbehandlungen liefert eine regelmäßige Prophylaxe und der regelmäßige Besuch beim Zahnarzt.

Nein! Es gibt Testverfahren, um zu beurteilen, inwiefern der jeweilige Zahn Probleme verursacht. Hierzu gehören etwa die 3D Bildgebung oder Teststreifen. So kann vorgebeugt werden, bevor Beschwerden auftreten.

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